TOP 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und begrüßt die Anwesenden. Er stellt fest, dass der Ortsgemeinderat ordnungsgemäß eingeladen wurde und beschlussfähig ist. Bedenken oder Einwände gegen die Tagesordnung werden nicht erhoben.
Er fasste kurz die aktuelle Waldsituation und diesjährige Nachfrage nach Brennholz im Überblick zusammen und übergab dann das Wort an den Revierförster Johannes Betz.
TOP 2: Waldbegang unter Führung von Förster Johannes Betz
Unter fachkundiger Leitung des Revierförsters Johannes Betz, galt in diesem Jahr das Hauptaugenmerk der Nachpflanzung von Bäumen zur Herstellung eines klimaresilienteren Waldes.
Der Förster erläutert die sogenannte Klumpenpflanzung im Wal. Diese ist eine naturnahe Methode zur Waldverjüngung, bei der Setzlinge in kleinen, dichten Gruppen (Klumpen) von 20-40 Bäumen anstelle von Reihen gepflanzt werden um klimastabile Mischwälder zu schaffen, die natürliche Verjüngung zu fördern und Kosten zu senken, indem die Natur den Freiraum zwischen den Klumpen selbst wiederbewaldet. Diese Technik unterstützt gezielt die Einführung neuer klimaresilienter Baumarten und ermöglicht eine vielfältige Altersstruktur im Wald, da sich neben den gepflanzten
Bäumen auch natürlich keimende Arten ansiedeln können. Im Niederneisener Wald wurde dies mit der Weißtanne probiert. Bei den, durch den Borkenkäfern, entstandenen Freiflächen bilden sich in kürzester Zeit Brombeerhecken, dies gilt es zu
verhindern. Kleine Freiflächen schließen sich durch Naturverjüngung selbstständig, große Lücken müssen neu bepflanzt werden.
Die Arbeit im Wald nimmt auch ein Großteil des notwendigen Freischnitts dieser Anpflanzungen in Anspruch, dass diese neuen Pflanzen nicht von der Brombeere überwuchert werden dürfen.
Die angepflanzte Weißtanne stellt eine heimische Tannenart da. Diese ist Schattentolerant, wächst schneller als die Douglasie und kann bis zu 500 Jahre alt werden. Das Holz ähnelt dem der Fichte, und ist resilienter gegenüber Feuchtigkeit.
Im Rhein-Lahn-Kreis gilt diese Tannenart in schattigen Lagen als unproblematisch.
Bei der Anpflanzung prüft der Förster die Bodenbeschaffenheit, den Standort, die Lage der Fläche, den Lichteinfall und den vorhandenen Bewuchs. Unter den weiteren vielen Gesichtspunkten z. B. auch die Erfahrung mit der Pflanze in den umliegenden Revieren, sucht der Förster die entsprechenden Pflanzen aus.
Von den 2.000 angepflanzten Douglasien im Wald, haben ca. 80 % eine Wuchshöhe von bis zu 3 m erreicht. Die Douglasie als klimaverträgliche Baumart, soll insbesondere die Alternative zur Fichte bilden. Die aus Nordamerika stammende Douglasie, kommt im Vergleich zur Fichte mit dem Trockenstress und der hohen Sonneneinstrahlung im Sommer gut zu recht.
Des Weiteren wurden Roteichen im Pflanzenverband angepflanzt. Man stellt Pflanzverbände in einem Abstand von z.B. 1,5 m x 1 m her, um eine schnelle Höhendynamik und Kronenschluss zu erreichen, was den Boden vor zu viel Licht schützt. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Baumart kommt mit trockenen Lagen und saurem Boden gut zurecht, Die Roteiche kann auch zur Einzelstellung verwendet werden.
Ziel der Anpflanzung von den Bäumen ist, eine unterschiedliche Baumart in den Wald zu bekommen, damit dieser in den nachfolgenden Jahrzehnten durch die natürliche Naturverjüngung dieser Bäume, Klimaresilienter wird. Bei den heimischen
Buchenwälder ist leider festzustellen, dass diese bereits Schäden durch den Klimawandel erleiden und daher frühzeitig mit dem Waldumbau begonnen werden muss.
TOP 3: Beratung und Beschlussfassung über die Forstwirtschaftspläne 2026
Die Zahlen für das Haushaltsjahr 2026 wurden vorgelegt und vom Revierförster erläutert.
Insgesamt werden im Forsthaushalt 96.130 € an Einnahmen erzielt, dem 94.235 € an Ausgaben gegenüberstehen, so dass der Forstwirtschaftsplan mit einem leichten Plus von 1.895 € abschließt.
Der Holzverkauf bringt allein einen Gesamterlös von 75.150 €. Für die notwendigen Anpflanzungen inklusive Verbissschutz werden Ausgaben i. H. v. 19.200 € aufgerufen.
Beschluss:
Der Ortsgemeinderat beschließt den vorgelegten Forstwirtschaftsplan 2026 mit einem
Überschuss i. H. v. 1.895 €.
Abstimmungsergebnis: 11 Ja-Stimmen
0 Nein-Stimmen
0 Enthaltungen
TOP 4: Beratung und Beschlussfassung über die Höhe der Hundesteuer für das Haushaltsjahr 2026
Der Vorsitzende erläutert kurz die Notwendigkeit der erneuten Beschlussfassung aus formalen Gründen. Der Beschluss wurde ausführlich in der Sitzung am 28.10.2025 erörtert.
Beschluss:
Der Gemeinderat beschließt die Hundesteuer für das Haushaltsjahr 2026:
1. Hund: 60,-€
2. Hund: 110,-€
3. Hund 160,-€
Die Steuersätze für gefährliche Hunde bleiben auf dem Niveau vom Vorjahr.
Abstimmungsergebnis: 11 Ja-Stimmen
0 Nein-Stimmen
0 Enthaltungen
TOP 5: Beratung und Beschlussfassung über Bauanträge und Bauvoranfragen
Es liegen keine Anträge vor.
TOP 6: Auftragsvergaben
Es liegen keine Anträge vor.
TOP 7: Mitteilung des Vorsitzenden
Es liegen keine Mitteilungen vor.
TOP 8: Fragen der Ratsmitglieder
Es liegen keine Fragen vor.
TOP 9: Einwohnerfragestunde
Es liegen keine Anfragen vor.
Armin Bendel, Ortsbürgermeister
