Pressebericht der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Aar-Einrich

Aar-Einrich.

Ein äußerst arbeitsreiches Wochenende liegt hinter den Feuerwehrangehörigen der Verbandsgemeinde Aar-Einrich. Ausgelöst durch die große Hitze der vergangenen Woche in Verbindung mit aufziehenden Gewittern und Starkregen, kam es im gesamten Gebiet der Verbandsgemeinde zu insgesamt 34 Feuerwehreinsätzen. Rund 160 Einsatzkräfte waren hierbei im Einsatz. 

Eine massive Gewitterfront mit ergiebigem Starkregen ließ die Pegelstände des Dörsbach innerhalb kürzester Zeit stark ansteigen. An einzelnen Messstellen wurden Wasserstände registriert, die sich nach ersten Einschätzungen im Bereich eines sogenannten 50-jährigen Hochwasserereignisses bewegen könnten. 

So betrug der Pegelstand der Dörsbach am Pegel Kloster Arnstein am Freitagnachmittag um 17:15 Uhr noch 26 Zentimeter. Bis 20:45 Uhr stieg dieser auf 1,86 Meter an. Besonders betroffen von den steigenden Wasserständen war der Bereich in und um Katzenelnbogen. Aufgrund der Wetterlage und des rasanten Pegelanstiegs musste der für das Wochenende geplante Mittelaltermarkt kurzfristig abgesagt werden. 

Darüber hinaus wurde das dortige Zeltlager am späten Freitagabend aus Sicherheitsgründen evakuiert. Die Wehrleitung der Verbandsgemeinde Aar-Einrich hatte hierfür bereits im Vorfeld einen Alarm- und Einsatzplan erarbeitet, um bei einer entsprechenden Lage schnell und koordiniert reagieren zu können. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zeltlagers wurden in der Stadthalle Katzenelnbogen untergebracht und versorgt. Zur Unterstützung wurden die Schnelleinsatzgruppen (SEG) Verpflegung und Betreuung des Rhein-Lahn-Kreises alarmiert. 

Zusätzlich kamen weitere Feuerwehren sowie Hilfsorganisationen aus dem gesamten Landkreis gemäß den festgelegten Alarmstichworten zum Einsatz, um die Evakuierung durchzuführen. 

Die erste Alarmierung erfolgte am Freitagabend gegen 18:15 Uhr. Innerhalb kürzester Zeit gingen zahlreiche weitere Notrufe bei der Leitstelle Montabaur ein. Das Einsatzspektrum reichte von umgestürzten Bäumen infolge von Sturm oder Blitzeinschlägen über beschädigte Dächer, über die Ufer getretene Bachläufe und überflutete Straßen bis hin zu verstopften Abläufen von Regenüberlaufbecken sowie Wassereintritt in zahlreiche Kellergeschosse.  

In Katzenelnbogen wurde eine Klinik durch die Wassermassen insbesondere im Außen- und Kellerbereich beschädigt. In Kaltenholzhausen führten die starken Windböen dazu, dass Teile der Dachkonstruktion sowie eine Photovoltaikanlage vom Dach des Bürgerhauses gerissen wurden. 

Die Einsatzmaßnahmen wurden durch die beiden stellvertretenden Wehrleiter der Verbandsgemeinde Aar-Einrich, Carsten Rübsamen und Mike Gross, koordiniert und geführt. 

Hierfür wurden verschiedene Einsatzabschnitte sowie Bereitstellungsräume eingerichtet, um die verfügbaren Kräfte gezielt und wirkungsvoll einzusetzen. 

Die Abarbeitung der insgesamt 34 Einsatzstellen dauerte bis in die Nacht und konnte gegen 02:00 Uhr abgeschlossen werden. 

Aus der Verbandsgemeinde Aar-Einrich waren die Feuerwehren aus Hahnstätten, Oberneisen, Kaltenholzhausen, Burgschwalbach, Mudershausen, Allendorf, Dörsdorf/Berghausen, Katzenelnbogen, Schönborn, Reckenroth, Niedertiefenbach, Gutenacker, Bremberg, Kördorf, Netzbach und Berndroth im Einsatz. 

Sonntag 21.06.2026 

Am Sonntagmorgen, dem 21.06.2026, wurden die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Aar-Einrich sowie Kräfte aus den benachbarten Verbandsgemeinden und dem Landkreis zu einem Bahnunfall in der Gemarkung Bremberg alarmiert. 

Auf der Lahntalbahnstrecke war ein Zug mit einem umgestürzten Baum kollidiert. Da die Lage zunächst unklar war und die eigentliche Unfallstelle nur schwer erreichbar ist, wurde ein umfangreicher Einsatz zahlreicher Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen erforderlich. 

Die 14 Fahrgäste, der Triebfahrzeugführer sowie die Zugbegleiterin blieben glücklicherweise unverletzt. Aufgrund der bereits in den Morgenstunden herrschenden Temperaturen von nahezu 30 Grad Celsius wurde zusätzlich die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des DRK Rhein-Lahn sowie die Abschnittsleitung Gesundheit mit Leitendem Notarzt und Organisatorischem Leiter Rettungsdienst alarmiert. 

Die Zuwegung der Feuerwehr zur Unfallstelle erstreckte sich über eine Strecke von rund 2,5 Kilometern. Der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeinde Aar-Einrich, Carsten Rübsamen, übernahm die Einsatzleitung.  

Zur strukturierten Abarbeitung der Lage wurden vier Einsatzabschnitte sowie ein Bereitstellungsraum am Bahnhof Laurenburg eingerichtet. Im Verlauf des Einsatzes stellte sich heraus, dass der Zug lediglich im Bereich der Frontscheibe beschädigt worden war und zumindest bis in den nächstgelegenen Bahnhof Laurenburg verfahren werden konnte. Dadurch konnte auch die Klimaanlage in Betrieb bleiben, was die Situation für die Fahrgäste deutlich erleichterte. 

Nach der Räumung der Gleise wurde der Zug mit Schrittgeschwindigkeit zum Bahnhof Laurenburg begleitet, da dort die Erreichbarkeit sowie die Platzverhältnisse für die Betreuung der Reisenden deutlich günstiger waren.  

Die Fahrgäste wurden vor Ort durch den Leitenden Notarzt medizinisch gesichtet und konnten ihre Reise anschließend mit einem bereitgestellten Ersatzbus fortsetzen. Der Zugverkehr auf der Lahntalstrecke zwischen Laurenburg und Obernhof musste für etwa drei Stunden eingestellt werden. An den Bahnhöfen sammelten sich währenddessen zahlreiche Sonntagsausflügler. 

Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte im Einsatz. Einsatzleiter Carsten Rübsamen, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Guido Erler sowie der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Aar-Einrich, Johannes Mack, dankten allen eingesetzten Kräften für ihr professionelles und engagiertes Handeln. 

Am späten Sonntagabend gegen 21:00 Uhr wurde die Feuerwehr Katzenelnbogen erneut alarmiert. Aufgrund einer Unwetterlage in Weinähr wurden dort eine Vielzahl an Sandsäcken benötigt, um entsprechende Schutzmaßnahmen zu unterstützen. 

Textquelle: Johannes Mack , Wehrleiter der Feuerwehren VG Aar-Einrich