Kinder und Jugend schätzen Jugendhaus Hahnstätten seit mehr als 30 Jahren

Hahnstätten.

Die Jubiläums-Feier zum 25-jährigen Bestehen fiel der Corona-Pandemie zum Opfer, die 30-Jahr-Feier einer Erkrankung. Doch jetzt ist es endlich soweit: Am Sonntag, 9. August um 11.15 Uhr startet eine große Geburtstagsfete für das evangelische Jugendhaus in Hahnstätten. 

Fünf Jahre sind für Kinder und Jugendliche eine lange Zeit, eine ganze „Jugendgeneration“. „Und mit jedem neuen Jahrgang, der zu uns kommt, ändert sich etwas“, weiß Ailina Neumann, die seit 2019 im Jugendhaus arbeitet und zusammen mit Oliver Krebs das engagierte Betreuer-Duo bildet. Krebs selbst trat 2013 in die Fußstapfen von Friedhelm Hahn und weiß, was sich auch in den vergangenen Jahrzehnten an den Bedürfnissen und Lebensumständen der Kinder und Jugendlichen verändert hat. „Früher sind wir mal zweites Wohnzimmer für die Jugendlichen genannt worden“, erinnert sich Krebs. „Mittlerweile sind wir für die meisten sogar das erste Wohnzimmer geworden“, so der Gemeindepädagoge. Nicht nur rein räumlich biete das Jugendhaus Platz zur Entfaltung, den viele zuhause nicht hätten. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dabei für viele junge Menschen die erste Bezugsperson zu sein.“, so Krebs, der sich mit Neumann über die derzeit „tollen Kinder“ freut, die regelmäßig das Jugendhaus besuchen.  

Rangeleien gebe es immer mal, aber die Jugendlichen spürten, dass sie den beiden Kräften vertrauen können. „Das ist das wichtigste Fundament, das wir legen können.“ 

Mal wird über Probleme in Schule, Familie oder Freundeskreis gesprochen, mal über kulturelle oder religiöse Unterschiede. „Da lernen die Kinder gegenseitig voneinander und wir noch mit dazu“, sagen die beiden Betreuer. Und ihre Unterstützung zeigt den jungen Menschen immer wieder: „Aus dem, was du hast und bist, kannst du etwas machen“, erzählt Neumann. Dass zu viel Zeit am Handy „gedaddelt“ wird, scheint ein Vorurteil. „Natürlich gehört das zur Lebenswirklichkeit junger Menschen heute dazu. 

Die Frage ist, wie damit umgegangen wird. Neue Medien bieten ja auch viele Vorteile“, weiß Neumann. 

An den Platzverhältnissen des Hauses selbst hat sich nichts verändert. „Wir bieten viele Entfaltungsmöglichkeiten auf kleinstem Raum“, so Neumann. Kochen, Backen, Spielen und Diskutieren – „das, was die Kinder möchten, versuchen wir während der Öffnungszeiten auch umzusetzen“. Aber natürlich geht es auch zu Aktionen raus in die Gemeinde und Region, ob sich die Kids im Graffiti sprühen erproben können oder beim Bau einer Kugelbahn behilflich sind.  

Die beiden Betreuer sind mittendrin im Lebensgefühl der Jugendlichen. Krebs: „Wir haben die Lebenswelt der Kinder im Blick. Dafür sind wir da“. Ehrlichkeit und Verschwiegenheit stehen dabei an oberster Stelle, wenn man Vertrauen aufbaut. 

Und da bekomme man viel zurück. So meinte kürzlich ein Junge zu ihm, als er am Lagerfeuer stand: „Oli, pass auf und geh nicht so dicht ans Feuer, wir brauchen dich noch!“. Das bewege schon sehr.  

Neben dem vertrauensvollen Verhältnis zu ihren Schützlingen ist es auch die gegenseitige Ergänzung, Wertschätzung und das Verständnis, das die beiden Pädagogen in ihrer Arbeit fördert und motiviert. „Wir supporten uns gegenseitig“, sagt Neumann, „verstehen uns blind“. Für Beide ist es der „schönste Job der Welt“, sich für Kinder und Jugendliche Zeit zu nehmen und zu erleben, wie gut denen das tut. „Die kommen ja alle freiwillig hier her“, so die Pädagogin.  

Die Wünsche für die Zukunft klingen hochtrabend. „Für die Zukunft der Kinder wünsche ich mir Frieden“, formuliert Krebs. Und der beginne im Kleinen. „Es ist noch keine 100 Jahre her, dass 16-Jährige an die Front geschickt wurden“, erinnert Krebs und empfindet große Dankbarkeit gegenüber Gott, dass er die Arbeit im Jugendhaus segnet und dass das gute Miteinander von Dekanat und Ortsgemeinde das Angebot erst ermöglicht. „Das ist ja auch keine Selbstverständlichkeit.“ Dass sich auch in 30 Jahren die Kinder noch im Jugendhaus willkommen fühlen, wünscht sich Neumann, an einem Ort, der frei ist von Extremismus und stattdessen ein Vorbild fürs Miteinander junger Menschen. 

Der Gottesdienst beginnt um 11.15 Uhr in der Kirche von Hahnstätten. Anschließend geht es zum Empfang ins Jugendhaus. 

Die regulären Öffnungszeiten des Jugendhauses: 

  • Montag, 16.30 Uhr bis 19 Uhr: Mädchentreff mit Ailina 
  • Dienstag, 15 bis 19 Uhr: Offener Treff 
  • Mittwoch, 16.30 Uhr bis 19 Uhr: Boystime mit Oli 
  • Donnerstag, 15 bis 19 Uhr: Offener Treff 
  • Freitag, 15 bis 19 Uhr: Offener Treff 
  • Kontakt: Telefon: 06430 5938; Instagram ev.jugendhaus.hahnstaetten, E-Mail  jugendhaus.hahnstaetten.dek.nassauer.land@ekhn.de 


Zu den Fotos: 

Freuen sich auf die Geburtstagsfeier am kommenden Sonntag: Ailina Neumann und 

Oliver Krebs. Mittendrin in Hahnstätten zwischen Austraße und Kirchgasse liegt das 

Jugendhaus Hahnstätten. 

Fotos: Dekanat/Matern