Katzenelnbogen.
Stadtbürgermeisterin Petra Popp und Bürgermeister Lars Denninghoff gratulierten Nancy Schuhmacher zur Eröffnung eines Bestattungshauses in der Lahnstraße 5 in Katzenelnbogen.
Es ist eine Zweigstelle des Bestattungshauses Heil in Nastätten. Hier kommt Nancy Schuhmacher die Erfahrung zugute, die hinter dem neu eröffneten Bestattungshaus in Katzenelnbogen steht. Sie selbst hat mittlerweile schon 18 Jahre Erfahrung in diesem Beruf.
Sie legt höchsten Wert auf eine persönliche, individuelle Beratung. Im Trauerfall sind viele organisatorische Angelegenheiten zu klären – wenn es vielen Trauernden auch noch so banal vorkommt. Sie helfen dabei, alle erforderlichen Dokumente zusammenzutragen, Formulare auszufüllen und an die zuständigen Stellen weiterzuleiten.
Mit Transparenz, Individualität und Vertrauen tragen die Mitarbeitenden in den Bestattungshäusern trauernde Angehörige durch die Planung und Organisation der Trauerfeier. Wer für seine Bestattung selbstbestimmte Entscheidungen treffen möchte, ist hier ebenfalls richtig. Hier ist die „Vorsorge zu Lebzeiten“ erwähnenswert, die durch das Bestattungshaus begleitet wird. Hier wird für die Angehörigen festgelegt, was sich der Verstorbene für seine Bestattung gewünscht hat.
Zwei Dinge sind Nancy Schuhmacher besonders wichtig: Der Umgang mit Angehörigen von Verstorbenen hat sie gelehrt, sich mit Regularien nach dem eigenen Tod frühzeitig zu beschäftigen. Die 45-Jährige sagt: „Ich wünsche mir oft, dass wir alle etwas entspannter mit einem Thema umgehen können, das für uns schwer zu besprechen ist. Oft sind Angehörige in Trauergesprächen ratlos, weil sie nicht wissen, was sich der Verstorbene gewünscht hätte. Gemeinsam ist es möglich, eine Kultur zu schaffen, in welcher der Tod kein unangenehmes Thema mehr ist, sondern eine Chance, bewusster und achtsamer mit unserem Leben, dem Tod und unseren Liebsten umzugehen.“ Schon im vergangenen Jahr hat sie ein Buch geschrieben, das den Titel „Trauerkompass“ trägt. Hierin wird auch das Thema „Sternenkinder“ angesprochen. „In den stillen Ecken des Lebens existiert ein Thema, das oft im Schatten liegt, aber Beachtung verdient“, so sagt sie.
Nancy Schuhmacher absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zur Bürokauffrau in der Fachklinik Katzenelnbogen. Hier hatte sie viel Umgang mit Patienten. Sie glaubt, dass viele Kriterien zusammenkamen, den Beruf als Bestatterin auszuüben. Auch, dass sie die Erfahrung, die sie mit 15 Jahren machte, Herzensmenschen zu verlieren, auf den Weg gebracht hat. Es ist in diesem Beruf nötig, den Angehörigen als vertrauensvoller Begleiter in der Zeit der Trauer, in den Momenten der Ratlosigkeit zur Seite zu stehen. Gerne wollte sie immer einen Beruf ausüben, der ihr die Arbeit mit Menschen möglich macht. Sie bewarb sich deshalb um ein Praktikum in einem Bestattungsinstitut. Im Bestattungshaus Heil in Nastätten lernte sie auch ihre Auszubildende Corinna Weber aus Klingelbach kennen. Heute ist es möglich, eine Ausbildung aus Bestatter zu absolvieren. Corinna Weber kam durch den Tod ihrer Großmutter zu diesem Berufswunsch. Sie hat bereits eine Ausbildung als Friseurin abgeschlossen.
Übrigens: Das Haus in der Lahnstraße 5 hat als Bestattungshaus eine Historie. Schon vor mehr als 80 Jahren existierte hier ein Bestattungshaus. Eigentümer war Karl Faust, das Unternehmen wurde später von Karl Schwenk und seiner Frau Pauline übernommen. Es firmierte unter „Schreinerei Faust und Schwenk“. Karl Faust war der Vater von Pauline Schwenk. Sie kümmerte sich um die Innenausstattung der Särge und führte im vorderen Teil des Hauses zunächst einen Möbelhandel, dann einen Kleinkunstgewerbebetrieb.
Wer sich für das Buch interessiert: Das Buch ist erhältlich in den örtlichen Buchhandlungen oder auch im Internet.
Zum Foto: Von links Lars Denninghoff, Corinna Weber, Nancy Schuhmacher, Petra Popp
Bild- und Textquelle: Uschi Weidner
