Ausbildung 2026 in der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Aar-Einrich

Im April 2026 begann das Ausbildungsjahr in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich mit dem Atemschutzgeräteträgerlehrgang. Die Lehrform Blended Learning - auch integriertes Lernen - ist eine Lehr- und Lernform, die den traditionellen Präsenzunterricht sinnvoll mit digitalen E-Learning-Medien und Online-Phasen verknüpft und bei dieser Ausbildung erstmalig eingesetzt wurde. Sieben Teilnehmende wurden im Zeitraum vom 09. April bis 30. Mai 2026 erfolgreich im Tragen der Atemschutzgeräte ausgebildet und bestanden im Anschluss im Trainings- und Kompetenzzentrum (TKZ) ihre „Feuerprobe“ erfolgreich beim Tagesseminar Basistraining Brandbekämpfung (BtB).

Für 23 zukünftige Feuerwehrmänner und -frauen begann am Abend des 27. April 2026 der „Ernst des Löschwesens". Für die Grundausbildung (Truppmann Teil 1) hatten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den 32 Einheiten der Verbandsgemeinde Aar-Einrich im Feuerwehrgerätehaus Katzenelnbogen eingefunden. Seit 2025 wird die Truppmannausbildung Teil 1 als Blended Learning angeboten. Den 
theoretische Teil eignen sich die Teilnehmenden im Selbststudium über einen Zeitraum von vier 
Wochen an. In dieser Zeit haben sie an einem Abend die Möglichkeit, Fragen, die sich im Selbststudium ergeben, an Ausbilder in einer Onlinesprechstunde zu stellen und entsprechende Informationen/Antworten zu erhalten, ergänzt durch News und Forenbeiträge im Onlinekurs. Auch besteht die Möglichkeit, per E-Mail und Chat mit den Ausbildern in Kontakt zu treten, um Fragen beantwortet zu bekommen. Während des Selbststudiums sind im Anschluss an die entsprechenden Lernpakete verschiedene Fragen analog der Lernerfolgskontrolle zu beantworten.

Im Anschluss wurde an vier Samstagen und einem Abend „die heiße Ausbildung“ - die Praxis - absolviert. Eine theoretische und praktische Lernerfolgskontrolle schloss sich an. Am 26. Juni 2026 stellten die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden ihr erlerntes Können ihren Wehrführern in einer „Alarmübung“ unter Beweis. Ein Dank gilt der Firma AHT Cooling Systems Germany GmbH, die ihr Gelände für die Abschlussübung zur Verfügung stellte.

Wie in den Jahren zuvor war das Highlight für die Auszubildenden am Mittwoch, dem 17. Juni 2026, das Löschen eines Gasbrandes und das Abschiebern der Gasleitung. Der Abend wurde durch die Firma Schümann Brandschutz GmbH aus Hahnstätten mit ihrem Ausbildungsequipment und -team gestaltet. Die Feuerwehrmänner und -frauen trainierten vorab den Umgang mit einem Hohlstrahlrohr, einem speziellen Strahlrohr für den Innenangriff.

Am 27. Juni 2026 stellten die Feuerwehrmänner und -frauen ihr erlerntes Wissen bei einer Einsatzübung unter Beweis. Die Wehrleitung, vertreten durch Johannes Mack, bestätigte im Anschluss der Mannschaft ihr Können und gratulierte zu der bestandenen Prüfung. Zusätzlich absolvierten die Teilnehmenden einen Erste-Hilfe-Kurs mit weiteren neun Ausbildungsstunden.

Alle waren mit „Feuer und Flamme" dabei. Sie scheuten sich nicht, sich den „komplizierten" Knoten und Stichen zu widmen. Die Kreisausbilder erklärten ihren Schützlingen mit Engelsgeduld die Tücke des doppelten Anker-, des Spieren-Stichs, den Mastwurf, den Rettungs- und Achterknoten sowie den 
Zimmermannsstich. Es schien zunächst verwirrend, doch in der Anwendung gelangen die Knoten und Stiche.

Die Ausbilder beschäftigten die Auszubildenden mit der schnellen Wasserentnahme am offenen Gewässer und der fachlich korrekten Anwendung der Saugschlauchkupplung. Man ließ die vierteilige Steckleiter auf dem Gelände der Realschule plus und Fachoberschule in Katzenelnbogen fachgerecht aufstellen, und alle (schwindelfreien) Auszubildenden durften Katzenelnbogen aus der Vogelperspektive anschauen.

Den schwierigsten Part der Ausbildung zeigten die Ausbilder mit großer Sorgfalt. Sie führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit großen Sicherheitsvorkehrungen in das Ablöschen eines Gasbrands ein, um den fachgerechten Angriff auf die offene Gasflamme zu üben.

Mit dabei im nicht ungefährlichen Übungsgeschehen sind stets Tobias Schümann und sein Team der hiesigen Schümann Brandschutz GmbH. Das Team um Tobias Schümann steht immer wieder gern der Feuerwehr der VG Aar-Einrich für diese Ausbildung zur Seite. Mit dem Brandsimulationsgerät erzeugten sie in Sekundenschnelle eine große, breite Feuerfront, die mit einer riesigen Gasflamme wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde und den präzisen Löschvorgang zum Angriff forderte. Hierbei wurden zunächst mit dem 
wasserführenden Hohlstrahlrohr die Flammen zurückgedrängt, bis ein Feuerwehrmann/eine Feuerwehrfrau den Gashahn abdrehte und somit die Gaszufuhr unterband.

Ein bestandener Grundlehrgang mit Abschlussprüfung bedeutet für alle Wehreinheiten, und sind sie noch so klein, Schutz für die Bürgerinnen und Bürger ihrer Gemeinde. Natürlich genügt der Grundlehrgang nicht für eine ordentliche, komplette Feuerwehrausbildung. Im Zeitraum vom 25. Juni bis 15. August 2026
absolvierten die Feuerwehrmänner und -frauen des Grundlehrgangs zusätzlich den Sprechfunklehrgang im Blended Learning mit Selbststudium und einem Präsenzteil von neun Unterrichtsstunden samt Prüfung.

Es bleibt zu hoffen, dass alle Teilnehmenden nach Abschluss der Grundausbildung mit der Truppmann Teil 2 Ausbildung weitermachen. Es warten noch unzählige Lehrgänge, denn auch heute noch sind die „Blauröcke“ etwas ganz Besonderes: Menschen, die sich in unzähligen Stunden ehrenamtlich für die Sicherheit aller Bürger einsetzen. Die ständigen Hitzewellen mit den immer öfter auftretenden Vegetationsbränden in der VG Aar-Einrich und im gesamten Rhein-Lahn-Kreis sowie die ansteigende Anzahl der Starkregenereignisse zeigen, wie wichtig eine solide Ausbildung der Feuerwehrmänner und -frauen ist.

Parallel zur Grundausbildung in der Einsatzabteilung wurden an der Realschule plus im Einrich und der Realschule plus im Aartal weitere 20 Schülerinnen und Schüler im Unterrichtsfach begleitend durch die Ausbilder der Verbandsgemeinde erfolgreich zum Truppmann Teil 1 mit Abschluss ausgebildet.  Die Schülerinnen und Schüler können mit Vollendung des 16. Lebensjahr in der Feuerwehr ihrer Gemeinde aktiv werden und direkt mit den Weiterbildungen beginnen. Ein Dank an beide Schulen, die dieses Projekt seit Jahren mit begleiten und mit ihrem Beitrag die Gewinnung aktiver Feuerwehrkameradinnen und -kameraden unterstützen.