Waldbegang in Niederneisen: Aufforstung für kommendes Jahr geplant Borkenkäfer sorgt für Kahlschlag

Waldbegang in Niederneisen: Aufforstung für kommendes Jahr geplant Borkenkäfer sorgt für Kahlschlag

Im Rahmen des Waldbegangs der Gemeinde Niederneisen informierte Revierförster Johannes Betz die Mitglieder des Gemeinderates über die derzeitige Situation des Waldes. Der ca. 30 Hektar große Fichtenbestand im Niederneisener Wald sei zu 100 Prozent dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Diese Fläche mache 15 Prozent der gesamten Gemeinde-Waldfläche aus. Im Umkehrschluss bedeute dies aber auch, dass 85 Prozent des Waldes grundsätzlich intakt seien.
Die Fichten seien damals nach dem Krieg 1949 von den ehrenamtlichen Pflanzfrauen für den Wiederaufbau gepflanzt worden. Dieser 70-jährige Bestand sei nun komplett durch einen Kahlschlag gerodet worden. Aufgrund des Preisverfalls auf dem Holzmarkt seien jedoch die Preise eingebrochen, so dass nun noch ein Drittel des Holzpreises zu erzielen sei. Das Holz werde hauptsächlich nach China. Indien oder Vietnam mittels Container verschifft.

Es stehe fest, dass die Fichte aus dem Wald verschwinden werde. Die weitere Entwicklung anderer Baumarten im Hinblick auf den Klimawandel bleibe abzuwarten.Eine Aufforstung der gerodeten Fläche sei teilweise erforderlich, um eine Verbuschung durch die Brombeere entgegenzuwirken, die dann einen möglichen Baumbewuchs verhindern würde. Es werde für das nächste Jahr geplant, ca. 3,5 Hektar mit Douglasie, Weißtanne und Küstentanne aufzuforsten, die Restfläche werde der Natur überlassen. Die vorgenannten Baumarten wurden im Altendiezer Staatswald seit vielen Jahrzehnten getestet und haben den jetzigen Klimawandel am besten überstanden, da diese wesentlich tiefer wurzeln als die Fichte. Der ursprüngliche Forstwirtschaftsplan sah einen Überschuss von 10310 Euro vor. Die nunmehr eingepreiste Borkenkäferproblematik verändert das Ergebnis auf ein Defizit von 14716 Euro. Auch die Haushaltsplanung des Forstwirtschaftsplan 2020 steht im Schatten des Borkenkäfers und weist ein Defizit von 2.690 Euro aus.

Bernd Wagenbrenner stellte einen Antrag der SPD-Fraktion zum Thema Grillplatz „im Stau“ vor. Seit Jahren werde über den Grillplatz geredet aber nicht gehandelt. Um ein Zeichen zu setzen, sei es notwendig mit ersten Arbeiten zu beginnen und die Fläche einzuebnen, einzusäen und die Fläche einzuzäunen, damit Unbefugte und das Wild in dem Bereich keine Schäden anrichten.

Der Vorsitzende führte aus, dass grundsätzlich Einigkeit im Rat bestehe, Maßnahmen im Stau durchzuführen und der bau- und Planungsausschuss mit der Angelegenheit bereits betraut wurde. Er halte jetzt nichts davon durch puren Aktionismus Geld zu verbrennen, sondern zunächst brauche man einen Plan bzw. eine Baugenehmigung, dann die Analyse der Umsetzung und dann erst die Ausführung der Maßnahme. Die Klärung der finanziellen Mittel mit der Firma Weil wurden vom Vorsitzenden im ersten Vierteljahr 2020 zugesagt. Er warb dafür, den Antrag. zurückzustellen.

Im Rahmen der Beratung wurden auch zwei Anträge der SPD Fraktion beraten, die unter anderem dazu führten das der Gemeinderat beschloss, zur Kostenreduzierung einen Pflanzaktionstag, unter Beteiligung der Bürger von Niederneisen, zur Aufforstung der abgeholzten Waldfläche in Höhe der Fischerhütte durchzuführen. Dieser Aktionstag soll den Bürgern die Problematik des Borkenkäfers näherbringen und den Wald erlebbarer machen. Zur Vorbereitung diese Veranstaltung wurden der Umweltschuss und der Medienausschuss mit der Planung beauftragt. Des Weiteren beschloss der Gemeinderat im ersten Halbjahr 2020 mit Arbeiten zum Bau der Begegnungsstätte „Im Stau“ zu beginnen und zwei weitere Hundebeutelständer anzuschaffen, die im Bereich des Grundweges und der Wacht aufgestellt werden sollen.


Bildunterschrift: Beim jährlich wiederkehrenden Waldbegang werden die Teilnehmer über gelaufene und geplante Maßnahmen im Gemeindewald ausführlich informiert.

Bild- und Textquelle: Rolf-Peter Kahl

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