Kulturdialog soll helfen Brücken zu schlagen

Kulturdialog Aar-Einrich

Hahnstätten/Katzenelnbogen/Zollhaus.

Eine freie, demokratische und aufgeschlossene Gesellschaft braucht die kreativen Anregungen und Denkanstöße der Kultur und der Künste aus Vergangenheit und Gegenwart. Der Kulturreichtum unseres Landes entsteht aus seiner vielfältigen, historisch gewachsenen Kulturlandschaft in den Regionen. Dieses einzigartige Kulturerbe wie auch das gegenwärtige Kulturschaffen gilt es zu schützen, zu bewahren und zu nutzen: zum eigenen Vergnügen, zur persönlichen Bereicherung und zur Horizonterweiterung. Und einer der wohl wichtigsten Faktoren: Kultur leben und erleben ist Kommunikation im besten und direktesten Sinne und bringt die Menschen zusammen. Der Besuch eines Theaters, eines Konzertes oder einer Ausstellung ist immer auch eine Begegnung von Menschen miteinander. Kultur gemeinsam erleben ist dynamisch, inspirierend und stärkt das Miteinander und den Zusammenhalt.

Dies alles war für den Pianisten und Komponisten Matthias Frey vom Apfelhof in Bärbach bereits im vergangenen Jahr Grund genug einen „Aar-Einrich-Dialog“ in Sachen Kultur zu initiieren. Noch vor der Fusion der beiden ehemaligen Verbandsgemeinden Hahnstätten und Katzenelnbogen zur heutigen VG Aar-Einrich trat er mit einem Vorschlag an die Verwaltungen heran, durch eine Förderung aus dem Leader-Programm der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Lahn-Taunus seiner Idee eine finanzielle Basis zu verschaffen. Es dauerte eine geraume Zeit bis der Deckel des Fördertopfes geöffnet wurde. Doch nun ist es amtlich, das mit rund 75.000 Euro veranschlagte Kulturprojekt wird in Höhe von 75 Prozent gefördert. Die Restsumme trägt die VG Aar-Einrich.

Matthias Frey möchte Kulturaktivitäten wie Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen bündeln und bewusst machen, was es bereits in der „neuen“ VG gibt. Aber er möchte auch Ungewöhnliches und Neues möglich machen – auch besondere und außergewöhnliche Veranstaltungsorte (Locations) „bespielen“. Also nicht nur in den bekannten Kulturplätzen (Kreml, Stadthalle, Heimatmuseum, Apfelhof), sondern auch in einem Rathaus, in Fabrikhallen, in einem Lebensmittelladen, in einem Bergwerkstollen, in Schulen oder auf dem Aar-Radweg. Gesangsvereine oder kleine Ensembles könnten ein Konzert bei kleinen Wanderungen (wood vibrations) in und um ihre Gemeinde anbieten und die Konzertbesucher entdecken gleichzeitig die Ortsgemeinden. Gewerbetreibende machen etwas sinnliches-kulturelles, z.B: eine Schreinerei schnitzt, eine Physiotherapie bietet einen Bewegungsparcour an, ein Buchladen veranstaltet eine Lesung oder demonstriert einen Buchdruck, ein Sanitätshaus richtet einen Barfußpfad, eine Gärtnerei einen Duftgarten ein. Genauso könne auf Privatinitiative ein Konzert oder eine Kunstausstellung im eigenen Garten oder der Garage angeboten werden. Möglichkeiten gebe es reichlich, jetzt sind die Menschen in der neuen VG aufgerufen, selbst Initiative zu ergreifen. Frey: „In der Art der Veranstaltungen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.“ Die Menschen von der Aar und vom Einrich sollen ein gemeinsames WIR-Gefühl entwickeln, die breite Kulturlandschaft entdecken und darüber hinaus die neue VG Aar-Einrich auch als soziale Gemeinschaft erlebbar machen.

Zum Austausch über mögliche Aktivitäten im Rahmen des AarEinrich-Dialogs und zur weiteren Information laden Matthias Frey und der Bürgermeister der VG Aar-Einrich, Harald Gemmer für Freitag, den 22. November in den Kultursaal des Kremls (Zollhaus) zu einem Ideentreff ein. Beginn soll 19 Uhr sein. Um den Aar-Einrich-Dialog mit Leben zu füllen, formulierten Frey und Gemmer einen Aufruf an alle Menschen der neuen VG (jung und Alt) sowie aller 75 (!) Nationen, die in ihr gemeinsam leben: „Öffnen Sie Ihre Wohnung, Ihr Haus, Ihren Garten, Ihr Vereinsheim, Ihren Hof, Ihre Werkstatt, Ihren Hobbykeller, Ihr Geschäft, für einen Tag für interessierte Besucher, Nachbarn, Freunde, Kollegen und Bekannte. Seien Sie kreativ, stellen Sie Ihre Bilder, Fotos, Briefmarkensammlung, Rosenbeete oder andere Raritäten oder Kuriositäten für einen Tag aus. Präsentieren Sie einen Künstler oder Bekannten im Rahmen Ihrer Veranstaltung oder tragen Sie selbst etwas vor und lernen Sie neue Menschen kennen. Gestalten Sie einen Tag im Veranstaltungs-Zeitraum zwischen März 2020 und Frühjahr 2021.

Bild- und Textquelle: Rolf Kahl

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