Konstituierende Sitzung in der Ortsgemeinde Berghausen ohne Ortsbürgermeister und Beigeordnete

Konstituierende Sitzung in der Ortsgemeinde Berghausen ohne Ortsbürgermeister und Beigeordnete

Viele interessierte Bürger im Rathaus der Gemeinde, die zur konstituierenden Sitzung des neuen Ortsgemeinderates gerne einem Ortsbürgermeister und Beigeordneten Beifall gespendet hätten. Leider gab es hierfür keine Kandidaten.

Dem Tagesordnungspunkt voraus ging die Verpflichtung der neuen Ratsmitglieder, die Verabschiedung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder und die Verabschiedung des bisherigen Ortsbürgermeisters Thomas Pfaff. Thomas Pfaff, von 2014 bis 2019 Ortsbürgermeister, wurde mit sehr emotionalen und anerkennenden Worten verabschiedet. Weiter die Verleihung der Ehrenurkunden des Gemeinde- und Städtebundes an die ausgeschiedenen Ratsmitglieder Klaus Wöll für 30-jährige Tätigkeit im Ortsgemeinderat, für Volker Diehls für 22 Jahre Tätigkeit im Ortsgemeinderat, davon zwei als Beigeordneter, für Thorsten Heuser, für 20 Jahre Tätigkeit im Ortsgemeinderat.

Stefan Dörner, der vor Thomas Pfaff 25 Jahre lang Ortsbürgermeister in Berghausen war und sich nun entschlossen hatte, noch einmal für das Amt eines Ratsmitgliedes zu kandidieren, richtete das Wort an seine Ratskollegen aber auch an die Bürger. Er sagte, dass es ihm immer Freude gemacht habe, Berghausen in einer tollen Dorfgemeinschaft zu begleiten. Es seien gute Jahre gewesen und der Zeitpunkt kam, dass er glaubte, für seine Heimatgemeinde genug getan zu haben. Heute zeige sich die Gemeinde, zumindest kommunalpolitisch, in einem Zustand, der ihm  nicht gefalle. Er sei nachdenklich geworden und der Glaube an die Notwendigkeit, noch einmal Engagement für die Heimatgemeinde zu zeigen, sei gewachsen. Er habe das Mandat nur unter der Bedingung angenommen, dass die Ortsgemeinde mitgeht. Es könne nicht sein, dass durch das Verhalten einzelner Bürger eine ganze Gemeinde gespalten werde und das, was noch vor wenigen Jahren harmonisch und in großer Gemeinsam auf den Weg gebracht wurde, jetzt riskiert werde. Er versprach, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass die Dorfgemeinschaft wieder harmonisch miteinander funktioniert und das rechtswidrige, aus seiner Sicht unanständige Verfahrensweisen angesprochen, offen diskutiert und am Ratstisch geklärt werden. Nur unter diesem Vorbehalt der Offenheit sei er bereit, noch einmal für seine Heimatgemeinde und „euch Bergeser“ in diese Aufgabe einzusteigen.

Wie Bürgermeister Harald Gemmer erklärte, wird nun die Kommunalaufsicht des Kreises eine Person bestimmen, der kommissarisch die Geschicke der Gemeinde führt. Die Verbandsgemeinde hat das Recht, eine Person vorzuschlagen. Hier steht auch schon eine Person im Focus.

Seit Bestehen der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen ist das das zweite Mal, dass kein Ortsbürgermeister für eine Gemeinde gefunden werden konnte. Allerdings war die Situation damals anders als in Berghausen. Der damalige Ortsbürgermeister der Gemeinde Rettert musste, weil er als Verwaltungsangestellter bei der neuen Verbandsgemeinde Katzenelnbogen sein Amt antrat, sein Amt als Ortsbürgermeister niederlegen. Dagegen klagte er. Bis zur Klärung der Frage führte damals der Leiter der Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung Bad Ems, Rainer Korn, kommissarisch die Geschäfte der Ortsgemeinde.


Zu dem Foto mit dem Gemeinderat:

Peer Klein, Marc Westhöfer, der geschäftsführende Beigeordnete Jens Henrich, Stefanie Sonneck, Martin Hilpert, Thomas Pfaff, Ortsbürgermeister von 2014 bis 2019, Stefan Dörner

Foto: Uschi Weidner

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